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iGaming auf dem Balkan 2026: 11 Märkte, unterschiedliche Regeln und neue Hürden

Überblick über 11 Balkanmärkte: Daten aus Serbien und Montenegro, die Reform in Nordmazedonien, Affiliate-Regeln in Bulgarien und der Stand…

iGaming auf dem Balkan 2026: 11 Märkte, unterschiedliche Regeln und neue Hürden
AUF EINEN BLICK

Die wichtigsten Informationen

  • Überblick über 11 Märkte mit Daten aus Serbien und Montenegro für Januar bis September 2026.
  • Kroatien, Bulgarien und Nordmazedonien haben Regeln für Werbung, Affiliate-Marketing oder Aufsicht geändert.
  • Albanien baut den Rechtsrahmen für Onlinewetten aus; das AMLF-Verzeichnis meldet weiterhin keine erteilten Lizenzen.

Informationsstand: 9. Oktober 2026. Der Balkan bildet keinen einheitlichen iGaming-Markt. In derselben Region bestehen lizenzierte Onlinecasinos, staatliche Vorrechte für bestimmte Spiele, begrenzte Konzessionssysteme, Vorbereitungen zur Öffnung für Onlinewetten und ein gesetzliches Glücksspielverbot nebeneinander. Unterschiede gibt es auch bei Werbung, Affiliate-Marketing, der Identifizierung von Spielern und der Veröffentlichung von Daten.

Dieser Bericht umfasst 11 Märkte: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Montenegro, Griechenland, Kosovo, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien. Dies ist eine redaktionelle Abgrenzung, die auch Staaten einschließt, die geografisch nur teilweise zum Balkan gezählt werden. Grundlage sind Mitteilungen der Aufsichtsbehörden, Regierungsportale und amtliche Gesetzesveröffentlichungen, die bei Erstellung des Textes verfügbar waren.

Die interessanteste Entwicklung des Jahres 2026 liegt an der Schnittstelle von Digitalisierung und Kontrolle. In einigen Staaten steigen die öffentlichen Einnahmen aus Onlineglücksspiel. Gleichzeitig legen die Behörden genauer fest, wer tätig werden darf, wie dafür geworben werden kann und welche Informationen der Aufsicht zu übermitteln sind. Für die Branche bedeutet das, jedes Land gesondert zu bewerten.

Die wichtigsten Entwicklungen in der Region

  • Serbien veröffentlicht bereits Angaben zu Einnahmen und Genehmigungen zum 30. September 2026; Montenegro veröffentlichte die Ergebnisse für die ersten neun Monate am 8. Oktober.
  • Kroatien hat die Regeln für Marketing verschärft; Bulgarien führte im August 2026 eine neue Lizenzart für Affiliates ein.
  • Nordmazedonien verabschiedete im Juni 2026 ein neues Gesetz und arbeitet an Durchführungsvorschriften zur Zuverlässigkeit der beteiligten Unternehmen.
  • Albanien hat ein Regelungspaket für Onlinesportwetten ausgearbeitet. Sein Verzeichnis meldet jedoch weiterhin keine lizenzierten Unternehmen in dieser Kategorie.
  • Kosovo bleibt ein Sonderfall: Ausgangspunkt ist ein Gesetz zum Verbot von Glücksspiel, kein offenes Lizenzsystem für Onlineangebote.

Kennzahlen richtig lesen und Fehlschlüsse vermeiden

Bruttospielertrag, Spieleinsätze und öffentliche Einnahmen sind unterschiedliche Kennzahlen. Der Bruttospielertrag, kurz GGR, entspricht grundsätzlich den Einsätzen abzüglich ausgezahlter Gewinne. Der Einsatzumsatz kann deutlich höher sein, weil dasselbe Geld mehrfach eingesetzt werden kann. Steuern und Gebühren hängen zudem von Steuersätzen, festen Abgaben, Zahlungsfristen und der Wirksamkeit der Erhebung ab.

Deshalb addieren wir serbische Dinar nicht zu montenegrinischen Euroeinnahmen und bezeichnen eine solche Summe nicht als Größe des Balkan-iGaming-Marktes. Daten für neun Monate sind auch keine Jahresprognose. Jede nachfolgende Zahl ist einem Land, einem Zeitraum und einer Kennzahl zugeordnet. Fehlende vergleichbare Daten ersetzen wir nicht durch ungeprüfte Schätzungen.

Steigende Einnahmen aus dem Onlinebereich sind ein wichtiges Signal für Behörden und Branche. Für sich genommen zeigen sie jedoch weder, um wie viel die Zahl der Spieler oder deren Ausgaben zugenommen haben, noch wie sich die Rentabilität der Anbieter entwickelt hat. Dafür sind zusätzliche Daten erforderlich.

Serbien: neue Daten zu Gebühreneinnahmen

Die serbische Uprava za igre na sreću gibt an, dass bis zum 30. September 2026 die gesamten Haushaltseinnahmen aus Glücksspielgebühren 24,11 Mrd. RSDbetrugen. Zu diesem Stichtag wurden 25 Genehmigungen für Spiele über elektronische Kommunikationsmittelausgewiesen, gegenüber 26 Ende 2025. Eine Genehmigung entspricht weder einer einzelnen Marke noch einer bestimmten Zahl aktiver Kunden.

Der vollständigste Vergleich für das Onlinesegment betrifft die Jahre 2024–2025. Die Gebühren für Spiele über elektronische Kommunikationsmittel stiegen von 6,405 Mrd. auf 9,778 Mrd. RSD, also um 52,66%. Das beschreibt die Entwicklung der Gebühreneinnahmen und belegt keinen gleich hohen prozentualen Anstieg des Markt-GGR.

Serbien liefert damit ein deutliches fiskalisches Signal aus dem Onlinebereich und zeigt zugleich, weshalb die Definitionen der Aufsicht berücksichtigt werden müssen. Die Gesamteinnahmen der ersten drei Quartale 2026 dürfen nicht als Umsatz ausschließlich von Onlinecasinos dargestellt werden.

Quelle: Uprava za igre na sreću – statistische Daten.

Montenegro: Mitteilung einen Tag vor dem Bericht veröffentlicht

Laut Mitteilung der Uprava za igre na sreću vom 8. Oktober 2026 erzielte die Behörde in den ersten neun Monaten des Jahres 38,77 Mio. EUR Einnahmen, also 24,36% mehr als im Vorjahr. Auf Spiele über das Internet entfielen 15,80 Mio. EUR, bei einem Anstieg um 38,62%.

Die Verwaltung berichtet diese Einnahmen im Zusammenhang mit der Erhebung gesetzlicher Abgaben. Sie bilden weder den gesamten Einsatzumsatz noch den GGR der Anbieter ab. Die Aufsicht führt die Verbesserung auch auf Überwachung, das Informationssystem und eine wirksamere Einziehung fälliger Beträge zurück. Ein gleich hoher Anstieg der Spieleraktivität lässt sich aus diesen Summen nicht ableiten.

Eine praktische Beobachtung ist dennoch eindeutig: Der Onlinebereich trägt wesentlich zu den Einnahmen bei, und die digitale Aufsicht nimmt in den Mitteilungen der Verwaltung großen Raum ein. Montenegro zeigt, weshalb eine Finanzanalyse auch die Meldepflichten berücksichtigen sollte.

Quelle: Uprava za igre na sreću – Ergebnisse Januar bis September 2026.

Kroatien: Auch der Weg zum Publikum zählt

Die kroatische Steuerverwaltung beschreibt Gesetzesänderungen, die seit dem 1. Mai 2025 gelten, sowie Bestimmungen, deren Anwendung auf den 1. Januar 2026 verschoben wurde. Diese Unterscheidung ist wichtig: Mit der Verabschiedung der Reform trat nicht jede Verpflichtung zum selben Zeitpunkt in Kraft.

Die amtliche Erläuterung nennt unter anderem ein Werbeverbot für Glücksspiel im Internet, in audiovisuellen Programmen, im Radio und in elektronischen Publikationen zwischen 6:00-23:00sowie Beschränkungen für Influencer. Gesondert beschrieben wird das Verbot, in neuen Inhalten elektronischer Publikationen Links zu Anbieterseiten zu setzen. Identitätsprüfungen und Abfragen im Register ausgeschlossener Personen sind weitere Bestandteile der Reform.

Die Konsequenz für den Markt reicht über einen einzelnen Werbebanner hinaus. Die Zulässigkeit des Anbieterbetriebs und die erlaubte Verbreitung von Werbeinhalten sind getrennt zu prüfen. Kroatien zeigt, dass ein in einem Land erfolgreiches Marketingmodell in einem anderen grundlegend angepasst werden muss.

Quelle: Porezna uprava – Erläuterungen zu den Regeländerungen vom 30. Dezember 2025.

Bulgarien: eigene Lizenzpflicht für Affiliate-Marketing

Die bulgarische Nationale Einnahmenagentur NRA kündigte eine neue Lizenzart für Tätigkeiten zur Bewerbung von Glücksspiel an, die seit dem 1. August 2026 gilt. Die Mitteilung bezieht sich ausdrücklich auf Affiliate-Betreiber. Die Behörde veröffentlichte auch ein Antragsformular.

Dies ist eine der jüngsten Änderungen in diesem Überblick. Unternehmen, die Besucher vermitteln, können ihre eigenen Pflichten nicht allein durch die Prüfung der Lizenz des beworbenen Anbieters klären. Auch das werbende Unternehmen selbst kann einer gesonderten Erlaubnispflicht unterliegen.

Daraus folgt weder die automatische Öffnung neuer Spielkategorien noch eine Lizenz für jeden Affiliate. Die Mitteilung beschreibt veränderte Voraussetzungen für eine bestimmte Tätigkeit. Eine wirtschaftliche Bewertung muss auch den Zeitaufwand und die Unterlagen für die erforderliche Erlaubnis berücksichtigen.

Quelle: NRA – neue Lizenz für Werbetätigkeiten ab 1. August 2026.

Nordmazedonien: neues Gesetz und Prüfung der Kapitalherkunft

Das Finanzministerium bestätigte die Verabschiedung des neuen Glücksspielgesetzes im Juni 2026. Nach der Beschreibung der Reform sind Lotteriespiele mit einer bestimmten Ausnahme sowie elektronische Spiele und Onlinespiele ein Recht des Staates, das durch ein staatliches Unternehmen ausgeübt wird. Dies beschreibt kein offenes Modell privater Lizenzen für sämtliche Onlinespiele.

Die Reform umfasst außerdem Anforderungen an Ruf und Integrität, Werbebeschränkungen und Maßnahmen zur Stärkung der technischen Aufsicht. Am 17. August 2026 informierte das Ministerium über eine Verordnung, die die Nachweise zu Ruf und Mittelherkunft im Einzelnen festlegt. Geprüft wird unter anderem, ob sich der Kapitalfluss vom Ursprung bis zur Einzahlung in das Unternehmen lückenlos nachvollziehen lässt.

Redaktionelle Einordnung: Für eine Bewertung dieses Marktes sind das neue Gesetz und die Durchführungsvorschriften gemeinsam zu lesen. Ältere Darstellungen des nordmazedonischen iGaming-Marktes können wesentliche Elemente der Reform von 2026 auslassen.

Quellen: Finanzministerium – Verabschiedung des neuen Gesetzes sowie Vorschriften zu Ruf und Integrität.

Albanien: Ein Rechtsrahmen für Onlinewetten ist noch kein Verzeichnis aktiver Anbieter

Die albanische AMLF informiert auf ihrer Seite zu Onlinesportwetten darüber, dass in dieser Kategorie noch keine Unternehmen lizenziert sind. Die Aufsicht erläutert, dass die Kategorie durch Gesetzesänderungen von 2024 wieder zugelassen wurde. Vorgesehen sind bis zu 10 Unternehmenmit Lizenzen für 10 Jahre. Das Verzeichnis soll nach Erteilung von Lizenzen aktualisiert werden.

Zugleich stellt die AMLF ein Regelungspaket von 2026 vor: ein Register gesperrter Personen, technische Systemstandards, Regeln für das Lizenzvergabeverfahren sowie Verfahren zur Aussetzung und zum Entzug von Lizenzen. Das ist eine konkrete regulatorische Infrastruktur. Ihre Existenz belegt jedoch nicht, dass die Lizenzvergabe abgeschlossen ist.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Onlinesportwetten und einem allgemeinen Onlinecasinoangebot. Albanien sollte nicht pauschal als vollständig geöffneter Onlinemarkt beschrieben werden. Nach dem für diesen Bericht geprüften Verzeichnis hatte der ausgearbeitete Rechtsrahmen noch nicht zu einer Liste zugelassener Wettanbieter geführt.

Quellen: AMLF – Onlinesportwetten und Lizenzstatus sowie Paket der Durchführungsvorschriften.

Kosovo: andere Ausgangslage als in den Nachbarländern

Das Gesetz 06/L-155, veröffentlicht im Amtsblatt am 24. April 2019, verbietet sämtliche Glücksspiele im Kosovo und ordnet deren Schließung an. Es hebt außerdem das frühere Glücksspielgesetz und die darauf beruhenden Durchführungsvorschriften auf.

Kosovo wird in diesem Überblick daher nicht wie ein gewöhnlicher lizenzierter iGaming-Markt behandelt. Die Erreichbarkeit einer ausländischen Website im Browser belegt keine lokale Erlaubnis. Dieser Fall zeigt besonders deutlich, weshalb sich eine regionale Strategie nicht allein auf sprachliche Ähnlichkeiten, Sportinteressen oder die Zahlungsinfrastruktur stützen kann.

Quelle: Amtsblatt des Kosovo – Wortlaut des Gesetzes 06/L-155.

Bosnien und Herzegowina: Maßgeblich ist der jeweilige Rechtsraum

Eine Darstellung von Bosnien und Herzegowina muss die unterschiedlichen Rechtsordnungen trennen. Das von der Steuerverwaltung der Föderation Bosnien und Herzegowina veröffentlichte Gesetz regelt Internetglücksspiel und die Rolle des föderalen Finanzministeriums. Es enthält auch Verbote für Tätigkeiten und Werbung ohne die erforderliche Genehmigung.

In der Republika Srpska ist eine eigene Glücksspielaufsicht zuständig, die zum dortigen Finanzministerium gehört. Ihre amtliche Aufgabenbeschreibung nennt unter anderem Genehmigungen, technische und informationstechnische Anforderungen sowie Kontrollen. Auch der Distrikt Brčko darf nicht automatisch mit einem dieser beiden Rechtsräume gleichgesetzt werden.

Wir weisen in diesem Bericht weder einen einheitlichen Steuersatz noch einen zusammengefassten GGR für den gesamten Staat aus. Zuerst ist zu klären, welcher Rechtsraum und welche Behörde zuständig sind. Erst dann lassen sich Produkte, Steuern, verfügbare Genehmigungen und technische Pflichten vergleichen. Das begrenzt die Aussagekraft jeder vereinfachten Karte der Balkanmärkte.

Quellen: PU FBiH – Glücksspielgesetz sowie Regierung der Republika Srpska – Zuständigkeiten der Glücksspielaufsicht.

Slowenien: Konzessionssystem und landesweite Selbstsperre

Das slowenische Regierungsportal beschreibt ein Konzessionssystem und veröffentlicht ein gesondertes Verzeichnis der Konzessionsinhaber für Onlinecasinos. Die Finanzverwaltung FURS ist für die Aufsicht zuständig. Die Präsenz einer ausländischen Marke darf nicht mit einer slowenischen Erlaubnis gleichgesetzt werden.

Die FURS beschreibt außerdem eine landesweite Selbstsperre für Casinos, Spielhallen und Internetglücksspiel. Die vorgesehene Dauer reicht von sechs Monaten bis zu drei Jahren. Die Behörde erläutert auch die Möglichkeit, im vorgesehenen Verfahren den Zugang zu Websites ohne erforderliche Konzession gerichtlich beschränken zu lassen.

Für die Bewertung des Marktes sind daher die Erlaubnisregister und die Schutzmechanismen für Spieler wesentlich. Slowenien macht deutlich, dass der digitale Vertriebsweg lokale Konzessionsregeln nicht aufhebt. Zu prüfen ist der genaue Umfang der Erlaubnis, nicht allein die Onlineverfügbarkeit eines Produkts.

Quellen: GOV.SI – Glücksspiel und Verzeichnisse sowie FURS – Aufsicht und verantwortlicher Glücksspielbetrieb.

Griechenland: getrennte Lizenzen für Wetten, andere Spiele und Affiliates

Die Hellenic Gaming Commission unterscheidet zwei Lizenzkategorien für Onlineangebote an Spieler: Typ 1 umfasst Onlinewettenund Typ 2 andere Onlinespiele, darunter Casino, Livecasino und Poker. Die entsprechende Lizenz ist Voraussetzung dafür, diese Leistungen in Griechenland rechtmäßig anzubieten.

Gesondert beschreibt die Aufsicht die Erlaubnisse für Technologieanbieter und Affiliates. Wer in Zusammenarbeit mit einem lizenzierten Anbieter für Glücksspiel wirbt, muss die entsprechende Erlaubnis erhalten und in das Affiliate-Register aufgenommen werden. Die gesamte Dienstleistungskette lässt sich folglich nicht unter einer einzigen Betreiberlizenz zusammenfassen.

Redaktionelle Einordnung: Griechenland verdeutlicht die Aufteilung der Verantwortung zwischen Betreiber, Zulieferer und Vermittler von Besuchern. Für ein Unternehmen, das in mehreren Ländern tätig ist, muss die rechtliche Prüfung die eigene Rolle in dieser Kette umfassen, nicht nur den Status des Geschäftspartners.

Quellen: HGC – B2C-Lizenzen für Onlineangebote sowie HGC – Lizenzkategorien einschließlich Affiliate-Marketing.

Rumänien: Spielerschutz braucht auch funktionierende Verfahren

Die rumänische ONJN veröffentlicht Register und Informationen zu Lizenzen, Genehmigungen und nicht zugelassenen Websites. Für Onlineangebote sind außerdem technische Vorgaben und Regeln für Spielerkonten relevant. Der Verweis auf eine ausländische Lizenz genügt nicht, ohne die lokale Erlaubnis zu prüfen.

Ein konkreter Bezugspunkt für den Spielerschutz ist die ONJN-Anordnung Nr. 79 vom 13. Juni 2025 mit dem beigefügten Selbstsperrverfahren, veröffentlicht am 17. Juni 2025. Sie regelt die Einreichung und Bearbeitung von Anträgen, den Datenbankzugang der Veranstalter und die Überprüfung einer Person vor Beginn einer Spielsitzung.

Zugleich verlangen die Vorschriften für Fernspielangebote, dass die Produktbedingungen Verfahren zur Selbstsperre und zur Unterbrechung des Zugangs beschreiben. Die Konsequenz für den Markt: Die Funktion in der Benutzeroberfläche, das Bearbeitungsverfahren und die Pflichten gegenüber der Aufsicht müssen zusammenwirken. Das Schlagwort „verantwortungsvolles Spielen“ allein sagt nichts über die Qualität dieses Ablaufs aus.

Quellen: ONJN – Informationen der Aufsicht, amtliches Selbstsperrverfahren sowie Vorschriften für Fernspielangebote.

Erkenntnisse aus dem Vergleich der 11 Märkte

Die erste redaktionelle Schlussfolgerung betrifft den Marktzugang. Es gibt keinen einheitlichen Zugang zu den Balkanmärkten. Ausgangspunkt sind das jeweilige Produkt, eine Lizenz, eine Konzession oder das staatliche Recht zur Veranstaltung von Spielen. Die Zulassung von Wetten darf nicht automatisch als Erlaubnis für Onlinecasinos verstanden werden.

Die zweite betrifft das Marketing. Affiliate-Marketing und Werbung sind mehr als reine Wachstumsinstrumente. In den betrachteten Systemen unterliegen sie teilweise eigenen Erlaubnissen und Beschränkungen. Verlage, Partnernetzwerke und Technologieunternehmen müssen deshalb ihre eigene Rolle, den verwendeten Kanal und die lokalen Kommunikationsregeln bestimmen.

Die dritte betrifft die Daten. Aktuellere Behördenmitteilungen verbessern die Transparenz, lösen aber das Problem der Vergleichbarkeit nicht. Ein Branchenbericht muss klar benennen, ob er GGR, Einsätze, Gebühren, Steuern oder die Zahl der Genehmigungen beschreibt. Andernfalls kann eine eindrucksvolle Grafik einen Zusammenhang nahelegen, den die Daten nicht belegen.

Bei weiteren Aktualisierungen sollten tatsächlich erteilte Lizenzen in Albanien, die Umsetzung der nordmazedonischen Reform, die Praxis des neuen bulgarischen Affiliate-Regimes und die Jahresdaten für 2026 aus Ländern mit veröffentlichten Einnahmezahlen beobachtet werden. Das sind konkrete Prüfpunkte, keine bereits feststehende Wachstumsprognose.

Das nützlichste Bild des Balkans ergibt sich derzeit aus nationalen Regeln und sauber definierten Kennzahlen. Für das Fachpublikum zählt das Wissen, was tatsächlich zugelassen, umgesetzt und gemessen wurde und an welchen Stellen Informationen erneut aktualisiert werden müssen.

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